Tourismus braucht kreative Mobilitätsangebote
Die Klimabilanz einer Reise entscheidet sich nicht erst am Urlaubsort. Entscheidend für den CO2-Fußabdruck eures Urlaubs ist vor allem die An- und Abreise. Ebenso die Mobilität vor Ort verursacht das größte der Emissionen im Tourismussektor.
- Nachhaltige Mobilität als Teil des Urlaubserlebnisses: Zum Beispiel Gästekarten mit integriertem ÖPNV geben Urlauber*innen direkt bei der Ankunft einen Zugang zu Bus und Bahn. Ausflüge starten bequem mit dem Nahverkehr statt mit dem Auto.
- Radverkehr: Ist für nachhaltige touristische Mobilität wichtig. In ländlichen Regionen wird er attraktiv, wenn Infrastruktur, Beschilderung und Routing gut aufeinander abgestimmt sind. Die ADFC-Rad Reise Region Inn-Salzach zeigt, wie das geht.
- Digitale Lösungen als Teil der Antwort: Digitale Plattformen und Apps erleichtern nachhaltige Mobilität, indem sie Wegeketten vom Bahnhof bis zur Unterkunft planbar und möglich machen. Frag Schwarzwald Marie und IOKI zeigen, wie gebündelte Informationen, einfache Buchung und sichtbare Alternativen den Umstieg erleichtern.
Mobilität im Tourismus
Euer Urlaub beginnt nicht erst am Reiseziel, sondern schon mit der Frage, wie ihr dorthin kommt. Schnell mal eben in den Urlaub fliegen oder Tausende Kilometer mit dem Wohnmobil fahren – eine erhebliche Belastung für die Umwelt! 9 Prozent aller Treibhausgase weltweit gehen auf die Kappe des Tourismus. Zwar geben viele Menschen in Umfragen an, umweltbewusster reisen zu wollen. Aber Auto und Flugzeug dominieren weiterhin. Trotz Inflation, Kriegen und Krisen liegt Reisen ungebremst im Trend. Gleichzeitig spielen Bus und Bahn bei der Verkehrsmittelwahl bislang nur eine untergeordnete Rolle. Aber gerade die Mobilität ist ein zentraler Hebel für mehr Nachhaltigkeit im Tourismus. Ein weiterer Grund weg vom Pkw und hin zu Bus und Bahn im Tourismus: Aufgrund des hohen Pkw-Aufkommens stoßen gerade naturnahe und klein räumige Tourismusregionen an ihre Grenzen. Zugeparkte Strände, überfüllte Bergdörfer, Staus auf den Zufahrtsstraßen: Alltag für viele Tourismusorte, in denen die Aufenthaltsqualität leidet und gleichzeitig der Druck durch den Klimawandel. Lindau am Bodensee hat hier eine kreative Lösung gefunden: Autos bleiben auf den Parkplatz, der Shuttlebus fährt im 30-Minuten Takt ins Stadtzentrum. Um den Verkehr zu entlasten.
Overtourism und Verkehr: Wenn beliebte Reiseziele an ihre Grenzen stoßen
Einsamkeit, unzerstörte Natur, authentische Dörfer: sind beliebte Urlaubsziele. Gerade diese abgelegenen Orte sind jedoch oft nur unzureichend auf große Besucherströme vorbereitet. Sie sind attraktiv, weil es dort weder Autobahnen noch Flugplätze gibt. Aus Bequemlichkeit und Ungeduld, reisen viele Gäste daher mit dem Auto an, anstatt sich per Bahn und Regio-Bus Etappe für Etappe ans Ziel zu begeben.
In der Hochsaison geraten Straßen, Parkplätze und Ortsgrenzen an ihre Belastungsgrenzen. Sobald die Wandersaison beginnt, ist Garmisch Patenkirchen rund herum überfüllt mit Autoschlangen. Das zieht sich über die gesamte Alpenregion. Auch Großstädte, die schon mit dem eigenem Verkehr überlastet sind, kämpfen enorm mit dem zusätzlichen Touristischen Verkehr.












