Unendliche Weite, in der Ferne hebt sich der Deich leicht ab, verziert mit weißen, wolligen Punkten. Von weitem sehen die Wolken so ähnlich wie die Schafe auf dem Deich aus, nur eben vor blauem statt grünem Hintergrund. Der Wind macht seine eigene Musik, das Meer rauscht in regelmäßigem Takt an und verabschiedet sich dann für kurze Zeit wieder. Diese einzigartige Atmosphäre, diese Ruhe und Stille, wartet an der Deutschen Nordseeküste. Im Land, wo Bünting und Jever zuhause sind. Die abwechslungsreiche Landschaft Ostfrieslands zeichnet sich durch das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer, weite Felder, Deiche, Windmühlen und Moore aus. Hier ist für jede*n Natur- und Kulturfan was dabei und vor allem wird hier Urlaub für alle möglich. Diese barrierefreien Ausflugsziele findet ihr von der Küste bis ins Binnenland:
Barrierefreie Angebote in Ostfriesland: Vom Watt über den Strand bis ins Museum
Der Besuch des Wattenmeers gehört auf jede Reiseliste. Die UNESCO-geschützte Landschaft hält zu jeder Jahreszeit neue Eindrücke parat. Bei Ebbe einmal das Zuhause von Wattwürmern besuchen zu können, ist ein Erlebnis, das alle von ihren Bucketlisten streichen können sollten. Vielerorts werden daher Wattwanderungen für mobilitätseingeschränkte Personen angeboten: Mit dem Wattmobil können Senior*innen und Rollstuhlfahrer*innen durch das Schlick rollen und nach seinen Bewohner*innen Ausschau halten. Die geführten Wattwanderungen mit Wattmobil werden zum Beispiel auf Borkum, Juist, in Norddeich, Dornumersiel oder Wilhelmshaven angeboten.
Für das rundum Meeresurlaubs-Feeling geht es am Strand mit Sandrollstühlen (oder E-Sandrollstühlen) durch den Sand bis in den barrierefreien Strandkorb. Von hier aus lassen sich das Treiben der Möwen und das Wechselspiel aus Sonne und Wolken, das das Wasser stetig in anderes Licht taucht, in Ruhe beobachten. In Bensersiel und Norddeich stehen je drei barrierefreie Strandkörbe, weitere findet ihr in Greetsiel, im Wangerland und auf Spiekeroog. Auf Borkum und Wangerooge können sie reserviert werden. Weitere Informationen rund um barrierefreies Strand- und Watterleben hier nachlesen.
Für die vollständige Ostfriesland-Erfahrung darf selbstverständlich eine Tasse Tee nicht fehlen. Über die Geschichte der Tee-Tradition und wie ihr hier euren Tee „richtig“ trinkt, erfahrt ihr bei einem Besuch im Ostfriesischen Teemuseum in Norden. Das Museum ist mit Reisen für Alle zertifiziert. Menschen mit Gehbehinderung, mit Hörbehinderung und kognitiven Beeinträchtigen sowie gehörlose Menschen haben barrierefreien Zugang und Rollstuhlfahrer*innen sowie Menschen mit Sehbehinderung einen teilweise barrierefreien Zugang. Eine Tasse Tee wartet am Ende des Museumsbesuchs auf alle. Auch in den anderen ostfriesischen Städten warten Kunst und Kultur darauf, bestaunt zu werden: die Kunsthalle in Emden, das Leeraner Miniaturland oder auf Juist das Inselmuseum sind auf einen Besuch ohne Barrieren vorbereitet. Weitere barrierefreie Museen findet ihr hier.
Barrierefrei in Bad Zwischenahn: See, Wandern, Parks und Gärten
Etwas weiter im Landesinneren, mit ganz eigenem Zauber, liegt Bad Zwischenahn. Der Kurort ist als barrierefreies Reiseziel mit Reisen für Alle zertifiziert und hat sogar sein eigenes Meer: Das Zwischenahner Meer ist der drittgrößten Binnensee Niedersachsens. Ein barrierefreier Wanderweg führt auf ca. 12 Kilometern rund um den See. Dabei geht es durch Waldabschnitte, vorbei an Feldern und auch mal dem einen oder anderen typisch norddeutschen Häuschen am Wegesrand. Immer an eurer Seite ist natürlich der See – an einigen Stellen etwas weiter entfernt, an anderen seid ihr direkt am Ufer. Wer die Wanderung etwas verkürzen möchte, kann mit der Weißen Flotte MS Bad Zwischenahn von der einen Seite des Sees auf die andere übersetzen. Die Fähre ist mit Reisen für Alle zertifiziert und fährt drei Haltepunkte an: den Ortskern Bad Zwischenahn, Drei Bergen und Rostrup, wo unbedingt ein Abstecher in den Park der Gärten eingelegt werden sollte.
Denn im Ammerland können nicht nur der wunderschöne See, sondern auch jede Menge Parks und üppig blühende Rhododendren bestaunt werden. Parkliebhaber*innen kommen vor allem im Park der Gärten, der ehemaligen Landesgartenschau und Deutschlands größter Mustergartenanlage, auf ihre Kosten. Auf 140.000 Quadratmetern warten Inspirationen für das heimische Grün, die barrierefrei zugänglich sind. Der Park der Gärten ist mit Reisen für Alle zertifiziert, das Gelände ist weitestgehend stufenfrei – der Aussichtsturm kann bis zur ersten Ebene mit Kinder- und Bollerwagen, Rollator und Rollstuhl erreicht werden –, die Ausschilderung ist mit Fühl- und Tastelementen versehen, die Broschüren gibt es in Braille-Schrift und Rollstühle, Geh- und Bollerwagen können kostenlos ausgeliehen werden.
Für den Besuch sollte genügend Zeit eingeplant werden, da es über 90 Mustergärten und jede Menge interaktive Lernelemente zu entdecken gibt. Ein Ausflug lohnt sich für die ganze Familie, denn Kinder können hier viel über Bienen, Biodiversität, Böden, Wasser und Vögel lernen und erhalten in Begleitung eines Erwachsenen sogar kostenfreien Eintritt. Ruhige Fleckchen für Pausen gibt es zur Genüge und Verpflegung darf auch selbst mitgebracht werden.
Neben dem Park der Gärten lohnt sich auch ein Besuch im Kurpark Bad Zwischenahn, dem Bauerngarten Anke zu Jeddeloh in Edewecht und vor allem zur Blütezeit der Rhododendronpark Hobbie in Westerstede. Die Parks können ebenfalls barrierefrei besucht werden.














