© Eremito

Außergewöhnliche Unterkünfte in Italien

Höhle, Kloster, Burg: Italiens Unterkünfte sorgen für aufregende Nächte

Urlaub in Italien bedeutet Abenteuer. Vor allem, wenn man seine Ferien in einer ungewöhnlichen Unterkunft verbringt. Ob in einer historischen Burg, in einem einsam gelegenen Kloster oder in einer Höhle mit Aussicht auf das Meer – langweilig wird es sicher nicht. Bleibt nur noch zu wünschen: Buone vacanze!

Historische Burg im Chianti

Wer schon immer davon geträumt hat, Ritter oder Burgfräulein zu sein, der hat in der Toskana die Möglichkeit, diesen Traum wahr werden zu lassen: nämlich im Castello di Tornano, das sich unweit von Gaiole in Chianti befindet.

Die frühmittelalterliche Burg liegt auf einem Hügel im Weingebiet Chianti Classico und stellt einen idealen Rückzugsort für Frischverliebte und Paare dar. Doch auch diejenigen, die sich einfach nach Ruhe und Entspannung sehnen, sind hier an der richtigen Adresse.

Hungern wird im Schloss also niemand - dafür sorgt auch das hoteleigene Restaurant "Vastello di Tornano", das die Gäste mit toskanischen Gerichten, klassisch italienischen Spezialitäten und Wein aus der Region verwöhnt.

Bio-Weingüter in der Toskana

Ebenfalls mitten im Herzen der Toskana nahe Florenz liegen die Bio-Weingüter Villa Spoiano und die Locanda Casanuova. Auf beiden Gütern werden die Gäste mit eigenen Bio-Produkten wie Wein, Olivenöl, Gemüse, Grappa, Honig, Salami oder Schinken verwöhnt.

Die Villa Spoiano stammt ursprünglich aus dem Besitz der berühmten Medici-Familie. Sie und die zum Gut gehörenden umliegenden Bauernhäuser wurden originalgetreu restauriert. Die zentrale Lage des Weingutes und der besondere Charme machen es zu einem idealen Ort, um Kunst und Kultur dieser geschichtsträchtigen Region zu entdecken.

Alles rund ums Pferd

Auf dem Bio-Reiterhof Vill im Südtiroler Vinschgau dreht sich alles ums Pferd. Hier kann man günstig auf dem Bauernhof oder anspruchsvoller im angeschlossenen Landhotel wohnen. Für Anfänger oder Wiedereinsteiger gibt es Reitunterricht auf dem Hof. Fortgeschrittene können die Umgebung hoch zu Ross erkunden. Wer gerne mit etwas mehr Pferdestärken, aber auch ökologisch unterwegs ist, kann mit dem E-Motorrad die Gegend erkunden.

Dorfromantik in Kalabrien

Ein ganz neues italienisches Modell von Gastfreundschaft wird im Bergdorf Belmonte Calabro am Tyrrhenischen Meer angeboten: Die Urlaubsunterkunft ist nicht mehr nur ein Gebäude, sondern ein ganzes Dorf!

Damit erstreckt sich der Flur plötzlich über ganze Gassen, der Marktplatz wird zum Salon und Aufenthaltsraum und gegessen wird je nach Tageszeit im Café nebenan oder in der Trattoria um die Ecke. Die Nacht selbst wird schließlich in einem der vielen landestypisch gestalteten Zimmer irgendwo in den Straßen des Dorfes verbracht. Auf diese Weise verschwimmt die Grenze zwischen Gästen und Einheimischen.

"Albergo Diffuso" heißt dieses Konzept, die "über den Ort verteilte Herberge", benannt von seinem Entwickler Giancarlo Dall'Ara. Mit dessen Hilfe soll vor allem der lokale Tourismus gefördert werden. Über 100 Projekte dieser Art gibt es bereits, doch das Bergdorf stellt trotzdem eine Besonderheit dar: Denn die alten Gebäude des Dorfes wurden nicht einfach nur saniert. Sie wurden stattdessen nach ökologischen Prinzipien renoviert. Deshalb trägt das Dorf eine Silbe mehr im Namen: Albergo Diffuso EcoBelmonte.

Die maurischen Bögen, die begrünten Dächer und die steilen Treppen verleihen Belmonte ein ganz besonderes architektonisches Flair. Auf einem felsigen Hügel gelegen, umgeben von Bergen, Wäldern und Flüssen, bietet es den idealen Ausgangspunkt, um die kulturellen, landschaftlichen und archäologischen Schätze der mystischen Region Kalabriens zu entdecken.

Rundhaus in Apulien

Wie wäre es, mal in einem echten UNESCO-Weltkulturerbe zu schlafen? Geht nicht? Geht doch - nämlich in der Ferienregion Apulien. Dort können Besucher in sogenannten Trulli unterkommen; runden Steinhäusern, die mit ihren winzigen Fenstern und den dicken Mauern unverwechselbar geworden sind.

Besonders beliebt in der Region ist die Stadt Alberobello. 1996 wurden sie und die einzigartigen Bauten zum Weltkulturerbe ernannt. Seitdem sind die individuellen Behausungen in aller Munde.

Ursprünglich stellten die Trulli provisorische Unterkünfte für arme Bauern dar. Diese errichteten die Steinhäuser oft ohne Genehmigung und ohne Mörtel, um sie im Notfall schnell wieder abreißen zu können. Heute zahlen Besucher Übernachtungspauschalen, die denen von Hotels gleichkommen.

Doch jeder Cent ist es wert: Neben einer außergewöhnlichen Unterkunft hat die Region auch noch eine reizvolle Landschaft zu bieten, die zu Tages- und Wandertouren einlädt.

Glashaus im Piemont

Jeder weiß: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Dass das vor allem im Piemont, genauer gesagt in Monferrato zutrifft, liegt vor allem an der besonderen Unterkunft, die abgeschottet an einem Hang liegt: das Glass House von Dream&Charme.

Wie der Name bereits erahnen lässt, bestehen die Wände dieses Ferienhauses nahezu komplett aus Glas. Dies ermöglicht einen fantastischen Blick auf die umgebende Landschaft, die aus weiten Wiesen und hohen Bäumen besteht.

Entworfen von dem italienischen Architekten Piero Lissoni entstand dieses außergewöhnliche Domizil erst 2016. Es lässt dank moderner Einrichtung keine Wünsche offen und eignet sich hervorragend für einen Kurzurlaub.

Kloster und Pilgerunterkunft

Etwas rustikaler geht es in Umbrien zu. Dort, inmitten der umbrischen Täler, liegt die Einsiedelerei Eremito, die aus den Ruinen des aus dem Jahre 300 v. Chr. stammenden Klosters neu erbaut wurde.

Ein Ort voller Mystik, Spiritualität und Suche - nach dem Sinn des Lebens, nach sich selbst oder nach Gott. Das Eremito zählt zu den ersten Digital Detox-Unterkünften Italiens. Fernab von Technik kann der Gast seinen Körper und Geist wieder in Einklang bringen. Hektik und Alltagstrubel werden ausgeschlossen. Zurück bleibt nichts als Ruhe.

Das gilt auch für die ehemalige Pilgerunterkunft im Südtiroler Wallfahrtsort Unsere Liebe Frau im Walde: Zwar ist das Hotel Zum Hirschen inzwischen in ein schickes Designhotel umgewandelt. Aber das alte Gemäuer strahlt immer noch die Ruhe und Einkehr des ehemaligen Pilgerhospizes aus.

Höhle in Puglia mit Blick aufs Meer

Spätestens seit "La Dolce Vita" ist Italien der Inbegriff für das süße Leben. Wie süß, besser gesagt wie luxuriös das italienische Treiben sein kann, beweist der Süden des Landes: In der Grotta Palazzese können Gäste stilvoll zu Abend essen und zukünftig die ein oder andere Nacht verbringen. Das Besondere daran: Sie befinden sich dabei inmitten einer Tropfsteinhöhle.

Bei einem guten Wein die Aussicht auf das Meer genießen - das ist in der Grotta Palazzese möglich. Indem sich zur einen Seite die Höhle des Restaurants öffnet, wird der atemberaubende Blick auf die Adria freigegeben.

Schon im 17. Jahrhundert war die Tropfsteinhöhle ein beliebter Austragungsort von Festen und Feierlichkeiten. Während damals vor allem Adlige in den Genuss dieser Kulisse kamen, sind es heute Paare und Frischverliebte, die sich von der romantischen Atmosphäre angezogen fühlen.

Sandra List, 2018

Mehr Informationen

Weitere Reiseempfehlungen und -inspirationen rund um Urlaub in Italien gibt es hier:

Mehr besondere Unterkünfte in Italien

Vom Agriturismo bis zum Wellness-Biorefugium, unsere Blaue Schwalbe-Häuser in Italien ...