Einen Sommer auf einer Alm verbringen, Kühe melken, Käse machen, die frische Bergluft genießen, zwischendurch die Umgebung erkunden und abends vor dem Kamin sitzen und ganz in Ruhe ein Buch lesen. Viele Menschen haben den Traum, einen Sommer lang das Leben einer Bergbäuerin oder eines Bergbauern zu führen. Die Hintergrundinformationen, die die Anderswo-Webseite dazu bereitstellt, gehören zu den meistgeklickten Seiten des gesamten Reiseportals.
Daher wollten wir wissen: Wie sieht der Alltag auf der Alm wirklich aus? Und: Kann man da einfach so einsteigen? Anderswo-Mitarbeiter Karsten hat es ausprobiert. Der 62-jährige Bahnreiseexperte hat gemeinsam mit seinem 22-jährigen Sohn Valentin im Kleinmelchtal in der Schweiz eine Alpe bewirtschaftet und unserer Redakteurin davon erzählt.
Arbeiten auf der Alm: Romantische Idee trifft Wirklichkeit
Um fünf Uhr morgens klingelt der Wecker. Draußen ist es noch dunkel – und ganz schön frisch ist es oben auf 1.300 Meter Höhe auch. Aber die Kühe müssen gemolken werden. Also rein in Hosen und Gummistiefel und rüber in den Stall, wo die Tiere über Nacht eingestellt sind. Das Melken und die damit verbundenen Tätigkeiten diktieren den Tagesrhythmus auf der Alm. Karsten und Valentin sind für ungefähr 50 Kühe verantwortlich, darunter auch Kälber und Muttertiere, die nicht gemolken werden. Trotzdem dauert allein der Melkvorgang morgens und abends jeweils eine Stunde. Danach: Kessel anheizen und das Melkgeschirr reinigen, damit es nicht zu Infektionen bei den Tieren oder zur Verunreinigung der Milch kommt. Anschließend wird die Milch entweder vor Ort zu Käse verarbeitet oder mit dem Allradfahrzeug ins Tal zur Milchsammelstelle gebracht.
„In unserem Fall war es für den Bauern wirtschaftlich interessanter, wenn er die Milch verkaufen konnte“, erklärt Karsten. „Daher wurde nur die auf der Hochalpe erzeugte Milch zu Käse verarbeitet. Da wäre der Weg ins Tal zu lang und zu kompliziert gewesen. Von der mittleren Alpe aus, wo die Kühe im Frühsommer und im Herbst weiden, haben wir die Milch jeden Morgen nach dem Melken hinunter nach Lungern gefahren.“











