Der Bodensee liegt glatt und glänzend im Licht, am Horizont staffeln sich die Berge, und dazwischen breitet sich Konstanz aus. Die größte Stadt am Bodensee liegt direkt an der Grenze zur Schweiz und verfügt über rund 32 Kilometer Uferlinie. Kein Wunder also, dass sich hier beinahe alles ums Wasser dreht. Doch Konstanz ist mehr als Hafen, Strandbad und Seepanorama. Zwischen Altstadtgassen, kleinen Läden, Museen, Kinos und Restaurants gibt es viel zu entdecken. Wir verraten euch, was ihr in der Stadt am Bodensee unternehmen könnt.
Am Hafen ankommen
Euer erster Weg sollte zum Hafen am Konzil führen. Dort bleibt der Blick nicht nur an der neun Meter hohen Statue Imperia hängen, sondern schweift bei gutem Wetter bis zu den Alpen. Am Ufer lässt sich wunderbar beobachten, wie Ausflugsschiffe ein- und auslaufen, Segelboote über das Wasser gleiten und wie sich die Sonnenstrahlen in den Bergen am Horizont brechen.
Wem der Blick vom Ufer nicht genügt, kann selbst in See stechen. Mit dem Tretboot kommt ihr dem Wasser besonders nah. Wer lieber nicht selbst in die Pedale tritt, steigt am Hafen auf eines der Ausflugsschiffe und fährt beispielsweise zur Blumeninsel Mainau.
Nach ausgiebigen Bootsmanövern darf natürlich auch der Manöverschluck nicht fehlen. Den bekommt ihr im Biergarten am Hafen – Traumblick über den See und das Treiben auf dem Wasser inklusive. Direkt nebenan lädt der Stadtgarten zu einem Spaziergang unter alten Bäumen ein.
Spiele statt Seemannsgarn
Nur wenige Schritte vom Seeufer entfernt ruft der Seetroll. Nicht wirklich, aber Spielefans werden ihn trotzdem hören. Der kleine Laden wird von Menschen aus dem Team hinter dem preisgekrönten Brettspiel „Dorfromantik“ geführt und bietet eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl an Brettspielen, Mangas und Animes. Ein guter Ort zum Stöbern, besonders an Tagen, an denen das Wetter nicht recht weiß, was es will.
Mit dem Rad zur Gemüseinsel
Für Radfahrer*innen ist der Bodensee-Radweg beinahe ein Muss. Doch ihr könnt nicht nur den See umrunden, sondern auch eine Insel erkunden. Über den Reichenauer Damm und eine Fahrradbrücke gelangt ihr auf die ehemalige Klosterinsel Reichenau. Heute ist sie vor allem für ihren Gemüseanbau bekannt – und für ihre Kirchen, Gärten und weiten Ausblicke über den Untersee. Die flache Insel lässt sich gut mit dem Fahrrad entdecken. Unterwegs führen euch kleine Straßen an Feldern, Gewächshäusern, Hofläden und alten Obstgärten vorbei. Immer wieder öffnet sich der Blick auf das Wasser und hinüber zur Schweizer Seeseite.
Abtauchen im Seerhein
Der Seerhein besitzt eine Qualität, die der Rhein an vielen anderen Orten nicht hat: Hier dürft ihr schwimmen. Besonders beliebt ist der Bereich rund um die Fahrradbrücke. Am Ufer könnt ihr sitzen, den vorbeiziehenden Schwimmer*innen zuschauen oder euch nach eurer Inselradtour selbst ins Wasser wagen. Die Strömung solltet ihr dabei nicht unterschätzen. Wer sich treiben lässt, sollte vorher überlegen, wo er oder sie wieder aus dem Wasser steigen möchte. Auch ohne Schwimmeinlage ist das Ufer ein schöner Platz für eine Pause und eine frische Brise.
Strandtage mit Alpenblick
Wer lieber direkt im Bodensee schwimmt, findet rund um Konstanz mehrere Strandbäder. Besonders schön liegt das kostenlose Strandbad Wallhausen. Von hier blickt ihr über den Überlinger See bis nach Überlingen, zur Meersburg und zur Marienschlucht. Vor Ort könnt ihr außerdem Stand-up-Paddle-Boards und Kanus ausleihen. Auch Landratten kommen auf ihre Kosten: Eine Minigolfanlage, Tischtennisplatten und ein Volleyballfeld fordern zum Match heraus.
Das Strandbad auf der Reichenau bietet dagegen freie Sicht über den Untersee, auf die Schweizer Seeseite und bei klarer Luft bis zu den Alpen. Der richtige Ort für alle, die nach einer Radtour einfach nur noch die Füße ins Wasser halten und dem See beim Glitzern zusehen möchten.
Filmkunst statt Blockbuster
Nach einem langen Tag auf dem Rad oder im Wasser darf es etwas ruhiger werden. Dann lohnt sich ein Besuch im Zebra-Kino. Das Programmkino wird von einem Verein getragen und zeigt Filme, die in vielen großen Kinos kaum zu sehen sind: internationale Produktionen, Dokumentarfilme, Klassiker und unabhängiges Kino. In warmen Sommernächten zieht das Kino nach draußen. Bei den Open-Air-Veranstaltungen könnt ihr Filme unter freiem Himmel erleben – ein schöner Abschluss für einen langen Tag am See.
Sollte das Wetter weniger sommerlich ausfallen, könnt ihr euch in der Bodensee-Therme aufwärmen. Besonders reizvoll ist der Wechsel zwischen warmem Thermalwasser und einem Sprung in den kühlen Bodensee. Im Winter wird daraus eine kleine Mutprobe mit Aussicht.
Von Fossilien und Pfahlbauten
Konstanz kann nicht nur Natur, sondern auch Kultur. Einen guten Einstieg in die Geschichte der Stadt und der Region bietet das Rosgartenmuseum. Seine Sammlungen reichen von geologischen und archäologischen Funden bis zur Kunst- und Kulturgeschichte. Fossilien aus dem Jura sowie Pfahlbaufunde aus der Jungstein- und Bronzezeit erzählen von einer Welt lange vor unserer. Weitere Ausstellungen beschäftigen sich mit dem mittelalterlichen Konstanz, mit Reformation und Gegenreformation sowie mit der Stadt während des Nationalsozialismus. Auch die Konstanzer Kunstsammlung des 18. und 19. Jahrhunderts ist sehenswert. Informiert euch vor eurem Besuch über die wechselnden Sonderausstellungen.
Das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg befindet sich im Konventsgebäude der ehemaligen Benediktinerabtei Petershausen. Auf rund 3.000 Quadratmetern führt die Ausstellung durch die Landesgeschichte: Von der Altsteinzeit bis in die Frühe Neuzeit.
Über den See in die Steinzeit
Wenn die Pfahlbaufunde euer Interesse geweckt haben, könnt ihr auf der anderen Seite des Bodensees noch tiefer in das Thema eintauchen. Schon die Überfahrt mit der Fähre gehört zum Ausflug. Im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen führen Stege über das Wasser zu rekonstruierten Häusern aus der Stein- und Bronzezeit. Dort erfahrt ihr, wie die Menschen vor mehreren Tausend Jahren am Bodensee lebten, wohnten und arbeiteten. Die Anlage vermittelt anschaulich, welche Bedeutung die prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen hatten, die heute zum UNESCO-Welterbe gehören.
Mittelalter mit Seeblick
Nicht nur die Steinzeit lädt zu einer Zeitreise ein. Hoch über dem Wasser thront die Burg Meersburg, die ihr ebenfalls gut mit dem Schiff erreichen könnt. Hinter den dicken Mauern warten Rittersaal, Burgküche, Verliese und verwinkelte Treppen.
Mindestens ebenso eindrucksvoll ist der Blick über den Bodensee bis zu den Alpen. Auf der Panoramaterrasse könnt ihr eine Pause einlegen und euch durch verschiedene Pfannkuchenvariationen probieren. Schaut vor eurem Besuch in den Veranstaltungskalender der Burg, denn dort finden regelmäßig Führungen und besondere Aktionen statt.
Einmal um die Welt essen
Wer so viel erkundet, muss zwischendurch ausgiebig essen. Auch kulinarisch zeigt sich Konstanz vielseitig. Nicht traditionell für die Bodenseeregion, aber trotzdem empfehlenswert ist das indische Restaurant Siddhartha in Hafennähe. Für ein wenig südeuropäisches Flair nach einem Tag am Wasser sorgt die Tapasbar Bodega. „Fein, aber klein“ lautet hier das Motto – eine Reservierung empfiehlt sich.
Regionaler geht es in Georg’s Fischerhütte auf der Reichenau zu. Wie der Name vermuten lässt, steht dort vor allem frischer Fisch aus dem Bodensee auf der Karte.
Fast wie in einem privaten Garten, nur mit Seeblick und hervorragender Küche, sitzt ihr im Ziegelhofstüble. Das Restaurant gehört zum Pferdehof Ziegelhof und verbindet eine entspannte Atmosphäre mit badischer Küche.
Kaffee, Kuchen und ein wenig Weltrettung
Die Welt mit Kaffee und Kuchen retten? Im Café Vogl könnt ihr Martina Vogl bei diesem Vorhaben unterstützen. Mitten in der Fußgängerzone der Konstanzer Altstadt bietet das Café eine kleine Auszeit mit regionalen und saisonalen Köstlichkeiten.
Seelennahrung bekommt ihr auch im Café Heinrich. Neben gutem Kaffee erwarten euch dort frische Säfte, Frühstück, Bagels sowie warme und kalte Gerichte.
Und dann? Vielleicht noch einmal zurück ans Wasser. Denn am schönsten verabschiedet sich Konstanz dort, wo es euch zu Beginn empfangen hat: am See, zwischen schaukelnden Booten, fernen Bergen und dem leisen Gefühl, noch ein wenig bleiben zu wollen.












