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Toskana: die grüne Seite

Die Natur- und Nationalparks der Toskana sind ein Geheimtipp mit hohem Erlebnisfaktor

In der Toskana gibt es viele geheime Orte, dichte Wälder, einsame Bergpfade und versteckte Dörfer. Natur- und Nationalparke laden ein in die wunderbare Wildnis der Region.

Wildes Grün, Felsenlandschaft, schneebedeckte Gipfel und absolute Einsamkeit – der Naturpark Apuanische Alpen ganz im Norden der Toskana ist ein Geheimtipp für Bergwanderer und Naturliebhaber. Wer nach einem Besuch in Pisa, San Gimignano oder Lucca eine Auszeit in der Natur braucht, ist hier genau richtig. Viele schöne Wandertouren – teils hochalpin – führen schnell aus der Zivilisation in die einsame Bergwelt. Start- und Endpunkte der gut markierten Wanderwege sind kleine Ortschaften wie Pruno oder Volegno. Die sind mindestens genauso schön wie ihre berühmteren Schwestern im Süden der Toskana. Durch die versteckte Lage findet man hier jedoch kaum Touristen. Dafür trifft man auf den Wanderungen viele Tier- und Pflanzenarten, die man nur hier auf der Südseite der Alpen bewundern kann. Einige Touren sind auch per Mountainbike oder hoch zu Ross zu erkunden.

Der Nationalpark Apennino Tosco-Emiliano liegt ganz am nördlichen Rand der Toskana an der Grenze zur Emilia-Romana. Die Landschaft ist vielseitig und abwechslungsreich: grüne Wiesen und von Heidelbeeren bewachsene Täler, schroffe Gipfel, rauschende Wasserfälle, Bergseen und Felsenkämme. Die Gipfel erheben sich auf weit über 2000 Metern Höhe. Wölfe, Mufflons und Adler sind hier beheimatet. Eine der schönsten Gegenden im Nationalpark ist das Orecchiella-Massiv. Um auch Menschen mit Behinderung diese besondere Region zugänglich zu machen, wurden drei barrierefreie Wanderwege angelegt, die Besucherzentrum, Wildpark und Bärenpark verbinden. Der "Fonanone"-Wanderweg führt durch ein Waldgebiet und ist dank der großen Vielfalt an Geräuschen (Vogelstimmen, Wasserrauschen etc.) besonders attraktiv für Menschen mit Sehbehinderung. Die beiden anderen Wege dienen vor allem der Annäherung an die in den Tierparken lebenden Wildtierarten wie Bären, Rotwild, Mufflons oder Birkhühner.

Wer würde schon denken, dass eines der bedeutendsten Waldgebiete Europas in der Toskana liegt? Oder dass hier, inmitten dieser unbekannten Wildnis – gerade einmal 40 Kilometer von Florenz entfernt – die größte Population an Apennin-Wölfen lebt? Der Nationalpark Foreste Casentinesi im äußersten Osten der Toskana ist ein Areal voller Überraschungen. Neben einigen anspruchsvollen Wanderrouten laden neun einfachere Naturerlebnispfade zu Tagesausflügen in die Wildnis ein. Der Arno entspringt hier und bahnt sich vom Monte Falterona aus seinen Weg Richtung Florenz. Wer die Toskana von ihrer ruhigeren Seite aus entdecken möchte, kann in einem der hübschen Dörfer rund um den Nationalpark Quartier beziehen. In Bagno di Roma-gna, Londa oder San Godenzo freuen sich zahlreiche Gasthöfe und Agriturismo-Betriebe auf Nationalparkbesucher.

Regine Gwinner