© pixelio/Katharina Rothe

Urlaub ohne Pause, allein reisen mit Kind

Verträglich Reisen-Mitarbeiterin Kristina Kühne ist alleinerziehend und auf der Suche nach dem perfekten Urlaub.

Ganz klare Vorstellungen hatte ich, als ich zum ersten Mal alleine mit meinem 5-jährigen Sohn und meiner 3-jährigen Tochter in Urlaub fuhr: Postkartenmotive mit lachenden Kindern, im Sonnenlicht blinzelnd, unter azurblauem Himmel. Und ich, die geduldige Mutter, die abseits des minutiös geplanten Alltags endlich mal ganz viel Zeit für ihre Kinder hatte. Mein Ziel: Teambuilding bei schönem Wetter, das uns drei wieder fit machen würde für den stressigen Alltag, gemeinsame Aktivitäten, lustige Unterhaltungen und gutes Essen. Im Netz fand ich eine wunderschöne Ferienwohnung im Süden – genau der richtige Ort für meinen Traumurlaub.

Die ernüchternde Wirklichkeit

Gutes Essen, das war für meine Kinder – egal, ob Köln oder Italien – immer noch Pommes und Pfannkuchen. Zum Teambuilding gehörte für sie, sich um einen Schluck Wasser oder die Aufmerksamkeit ihrer Mutter laut und lange zu streiten. Schlicht verdrängt hatte ich bei der Buchung der schicken Wohnung Alltagsaufgaben wie Einkaufen, Kochen und Aufräumen. Auch die Tagesplanung von A wie Ausflüge bis Z wie Zwischenmahlzeiten raubte Energie. Statt im schicken Badeanzug von der Strandliege aus Sandburgen zu bewundern, stellte ich am Strand die Einkaufsliste zusammen, kalkulierte die Zeit fürs Kochen der nächsten Mahlzeit und fürchtete schon beim Auspacken der Strandtasche den Kampf beim viel zu frühen Aufbruch, weil der Lebensmittelladen schon um 6 Uhr zumachte. Statt entspannt zu lesen, schaffte ich immer nur ein paar Zeilen, bevor ich wieder von Mamamamamama-Rufen in Dolby Surround-Qualität aus dem Lesefluss gerissen wurde.

Kulturelle Sehenswürdigkeiten? Italien soll voll davon sein. Leider habe ich davon kaum etwas mitbekommen. Zwei gegen einen für einen weiteren Strandtag lautete der demokratische Ausgang jeder Abstimmung zur Freizeitgestaltung.

Für die Abende hatte ich mir vorgenommen, mit einem Glas Rotwein auf der wunderschönen Terrasse mal wieder in Ruhe nachzudenken. Bis ich allerdings beide Kinder im Bett hatte, war ich zu müde, zum Denken. Gerne hätte ich mich dann mit einem Erwachsenen unterhalten – mal über andere Themen als Autocrashs (Lieblingsthema meines Sohns) oder Katzenbabys (Lieblingsthema meiner Tochter). Aber da war ja keiner außer uns.

Das Fazit nach zwei Wochen Italien

Das Ziel "Teambuilding" haben wir erreicht. Die Urlaubsfotos zeigen glückliche Kindergesichter im Sonnenlicht unter azurblauem Himmel. Die Aufgabe, die für die nächste Urlaubplanung bleibt: Möglichkeiten zu schaffen fürs Lesen im Liegestuhl, Weintrinken auf der Terrasse, Ausflüge, die nicht nur an den Strand führen, und gute Gespräche mit Erwachsenen.

Kristina Kühne, 2015

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